Frauen, die 178 Zentimeter groß sind und Konfektionsgröße 36 tragen, passt jede Mode wie angegossen. Wer anders gebaut ist, das eine oder andere Pfund zuviel oder sonstige figürliche Probleme mit sich herumträgt, dem soll dieser Artikel zeigen, dass es keine verkehrte Figur sondern nur die verkehrten Klamotten gibt. Diese Ansicht vertritt Elke Warnholtz. Lesen Sie hier, wie die Modeexpertin Sie in dieser Saison anzieht und welche Tipps Elke für Sie bereithält.
Gemeinsam mit Modefachfrau Elke Warnholtz hat YaaCool für diesen Artikel verschieden gebaute Frauentypen definiert. Für die nach einem einfachen Baukastenprinzip zusammengesetzten Typen stellte Elke modische Outfits zusammen. Dabei legte sie Wert darauf, dass die Kleidung den jeweiligen Typ unterstreicht und sich die Trägerin in den Klamotten wieder erkennt. "Es geht nicht darum, die Frauen zu verkleiden, sondern sie typgerecht anzuziehen", sagt die Expertin. Sie können die Bausteine der einzelnen Typen entsprechend Ihrer Figur jederzeit neu zusammensetzen und die zugehörigen Outfit-Vorschläge testen.
Typ 1 – 165 Zentimeter groß, Konfektionsgröße 42, kurz wirkende Beine, volle Hüften und größerer Busen (Körbchengröße C)
Eine schlichte, gerade und möglichst lang geschnittene schwarze Hose, die Sie zu ebenfalls schwarzen Stiefeletten mit etwas höherem Absatz (vier bis fünf Zentimeter) tragen, verlängert Ihre Beine optisch. Für den verlängernden Effekt sollten Sie die Stiefelette grundsätzlich in der Hosenfarbe tragen. Damit haben Sie unten rum eine geschlossene Optik. Modisch sind auch sogenannte Boxerstiefelchen mit Schnürung. Wer kräftigere Beine/Waden hat, sollte darauf verzichten, die Hosen in hohen Stiefeln zu tragen. Eng anliegende Stiefel betonen die Problemzonen eher. Wollen Sie den aktuellen Stiefeltrend unbedingt mitmachen, wählen Sie bitte etwas kürzere Stiefel mit weiterem Schaft. Dann dürfen die Hosen auch mal hinein gesteckt werden.
Ziehen Sie sich nur Hosen aus glatten, fallenden, gefälligen Stoffen an, etwa aus Viskosegemischen oder so genannter Technoware. Vergessen Sie Dreiviertelhosen: Die verkürzen Ihre Beine optisch! Steigen Sie bitte grundsätzlich nie in Hosen aus dicken, eher steifen Stoffen. Die tragen in der Regel optisch auf, lassen Sie also dicker aussehen. Und: Ihre Hosen sollten auf keinen Fall auf der Hüfte sitzen – damit würden Sie eine bereits breite Körperpartie optisch noch breiter machen. Achten Sie darauf, dass Ihre Hosen einen etwas längeren Schritt haben, das streckt optisch. Verzichten Sie möglichst auch auf Gürtel, diese teilen Ihren Körper optisch und betonen so die Hüfte. Aufgesetzte Hosentaschen lassen Sie dicker erscheinen, ratsam ist es, Hosen ohne Taschen (zumindest am Popo) anzuziehen. Erlaubt sind höchstens so genannte Stecktaschen vorne.
Dazu passen leicht antaillierte (Hemd-)Blusen sowie dünnere, ebenfalls die Taille leicht betonende Strickpullover mit einem kleinen V-Ausschnitt – der lässt einen üppigeren Busen kleiner wirken. Nehmen Sie den Rat zu Herzen: Ihnen steht ein V-Ausschnitt immer besser, als ein enger oder weiter runder Ausschnitt! Ihre Oberteile sollten Sie immer in einer Länge bis zum Schritt tragen, das streckt die Optik. Über Bluse oder Pullover können Sie entweder einen leicht taillierten Blazer (Länge 62 Zentimeter) oder eine etwas längere Strickjacke mit Reißverschluss (Zip) ziehen. Der Zip streckt optisch ebenfalls. Wer mag, trägt eine modische, unbedingt gerade geschnittene Strickweste mit V-Ausschnitt über der Bluse. Letztere darf gerne unten heraus blitzen. Bei Strickware achten Sie bitte auf dünnere, gefällige Qualität, zum Beispiel 2-fädigen Cashmere oder eine feine Merinowolle.
Wer gerne im Rock losgeht, darf dies auch gerne tun: Allerdings sollte der Rock etwas kürzer sein und Sie sollten dunkle, blickdichte Strumpfhosen dazu tragen. Ihre Füße stecken Sie bitte in dunkle hohe Stiefel mit einem kleinen Absatz. Das können Sie sich gleich als Grundregel merken: Sie sollten niemals flaches Schuhwerk sondern immer solches mit einem kleinen Absatz tragen, das lässt Sie größer und schlanker wirken. Und das ist nicht nur ein optischer Trick: Der kleine Absatz zwingt Sie zu einer gestreckten Haltung, die Sie effektiv einige Zentimeter größer werden lässt. Bei den Stiefeln wählen Sie ruhig ein Paar aus Wildleder, das wirkt nicht nur sondern ist auch nicht so hart wie Glatt- oder gar Lackleder.
Die Farben Ihres Outfits sollten eher dunkel als hell sein. Dunkle Farben verleihen Ihnen eine schlanke Optik. Da Sie aber nicht nur in Schwarz herum laufen sollen, beachten Sie zumindest folgende Hinweise: Tragen Sie nie Schuhwerk in einer helleren Farbe als die Ihrer Hose. Wählen Sie keine pastellfarbenen Kleidungsstücke, diese tragen meist auf. Sie können gerne Blusen mit Streifen in kräftigen Farben anziehen, auch Muster sind erlaubt.
Typ 2 – 167 Zentimeter groß, Konfektionsgröße 32, sehr schlank und zierlich
Sie können jeden Style tragen, verstecken Sie aber bitte nicht Ihre Figur! Im Gegenteil: Sie sollten Ihre Zierlichkeit mit taillierter und figurbetonter Kleidung unterstreichen. Die modischen, langen Röhrenjeans, die jetzt Hochsaison haben, können Sie jederzeit kombinieren. Zum Beispiel mit einem üppigen, voluminösen Strick-/Strukturpullover, der gerne locker, aber bitte nicht sackförmig sondern auf Taille sitzen sollte. Auch Hüfthosen mit einem breiten Gürtel mit auffallender Schnalle machen Ihre Figur zu einem echten Hingucker. Wenn Sie Blazer dazu tragen, sollten diese sehr kurz und tailliert sein. Der sportlich-modische Countrylook (Landhausstil) darf in Ihrem Kleiderschrank gerne den (Farb)Ton angeben. Tragen Sie gerne einen Rock? Bitte, nur zu! Er kann kurz sein und sollte mit einer dicken Strumpfhose oder Leggings angezogen werden. Neben den aktuellen hohen Stiefeln stehen Ihnen auch die kürzeren, die Sie mit Strumpfhosen und zusätzlich noch dicken Stulpen oder Socken kombinieren können. Oder Sie ziehen sich kürzere Stiefel an, deren weiter Schaft mit extrem breitem Umschlag an die Stiefel des gestiefelten Märchenkaters erinnert.
Typ 3 – 176 Zentimeter groß, Konfektionsgröße: Oberkörper 38, Unterkörper 42, lange Arme, schmale Taille, breites Becken
Beim Kauf Ihrer Hosen sollten Sie darauf achten, dass diese in jedem Fall auf der Hüfte gut sitzen. Denn merken Sie sich bitte: Jeder Hosenbund lässt sich an Ihre schmale Taille anpassen. Die Hosen sollten gerade und möglichst lang geschnitten sein. Sie sind ein Typ für flaches Schuhwerk wie Ballerinas, Collegeschuhe oder flache Stiefel/etten. Um die zweigeteilte Figur – oben schmal und unten breit – optisch auszugleichen, ziehen Sie am Besten längere, nicht zu sehr taillierte Oberteile an. Zum Beispiel Hemdblusen, Pullover und gerne auch Strickjacken. Betonen Sie Ihre langen Arme nicht mit Oberteilen, die Dreiviertel- oder Zweidrittelärmel haben. Damit sehen Ihre Arme noch länger aus. Breite Schultern wirken weniger breit, wenn sie in Shirts mit kurzem Arm stecken. Meiden Sie angeschnittene oder ärmellose Oberteile, auch die betonen die Schultern zu sehr. Ausgleichend wirkt bei Ihnen auch die richtige Frisur: Ein lockerer, kinnlanger Bob ist der Expertentipp für Sie.
Typ 4 – 168 Zentimeter groß, Konfektionsgröße 40, kürzerer Oberkörper, lange Beine
Hier kommt es darauf an, den Oberkörper länger wirken zu lassen: Das bekommen Sie mit entsprechenden Oberteilen wie längeren Blusen, die Sie mit einem Gürtel auf der Hüfte (nicht in der Taille!) binden und längeren Pullovern mit optisch streckendem V-Ausschnitt hin. Hosen und Röcke sollten Sie immer auf der Hüfte tragen, das zieht die Körpermitte etwas nach unten und verkürzt Ihre langen Beine optisch. Die Röcke sollten Ihre Knie umspielen. Lange Beine können Sie mit umgeschlagenen Hosen, Dreiviertel- oder Siebenachtelmodellen oder den gerade angesagten Knickerbockern, die unbedingt mit hohen Stiefeln kombiniert werden, kürzer wirken lassen.
Typ 5 – 170 Zentimeter groß, Konfektionsgröße 40 bis 42, mit ausgeprägtem Frauenbauch, flachem Popo und dickeren Armen
Den stärkeren Frauenbauch können Sie kaschieren: Zum Beispiel mit Bauch-Weg-Slips, die es in unterschiedlichen Qualitäten zu kaufen gibt. Auch entsprechende Bodys mit eingearbeitetem BH-Teil können dabei helfen, einen Bauch flach zu halten. Oberteile in sogenannter A-Linie sind für Sie von Vorteil: Die sind weder sackig noch zu figurbetont. Den flachen Hintern verdecken Sie am besten mit einem Blazer in 72-Zentimeter-Länge oder etwas länger geschnittenen Pullovern sowie Hemdblusen, die Sie bitte nicht in die Hose stecken. Aber Vorsicht: Wegen Ihrer kräftigen Arme sollten die Ärmel Ihrer Oberteile nicht spannen. Wählen Sie hier lieber eine weitere, üppigere Ärmel-Variante.
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