Anti-Stress-Urlaub: Deutsche suchen im Kurzurlaub ihr seelisches und körperliches Heil
Der stressgeplagte Deutsche zwischen 35 und 49 macht anscheinend immer seltener den ganz großen Sommerurlaub. Stattdessen interessiere er sich für Wellness- und/oder Gesundheits-Urlaub. Nicht in Form einer langen Kur, nein, Kurzurlaube sind gefragt. Experten unterscheiden dabei nach Gesundheits-Reisen, Health-Care-Reisen, Anti-Aging-Reisen, Wellness-Reisen und Beauty-Reisen.
Laut einem Bericht in der “Welt am Sonntag” (WamS) zeigten aktuelle Untersuchungen, “dass sich rund 29 Millionen Deutsche für einen dieser Aufenthalte interessieren”. Die eindeutig größte Zielgruppe für Wellness-Aufenthalte bestehe demnach aus sogenannten gestressten Performern: zum Beispiel Manager und Angehörige ähnlich stark beanspruchter Berufsgruppen. Sie seien zeitlich schlecht vom Arbeitsplatz abkömmlich, meist qualitätsbewusste Konsumenten und Genießer und erhofften sich während kurzer Auszeiten (drei bis vier Tage) Entspannung, schnelle Regeneration, neue Kräfte und geistige Frische. Ziel ihrer Wellness-Urlaube seien häufig luxuriöse Hotels großer Städte, heißt es in der Sonntagszeitung weiter.
Senioren verbinden Wellness-Urlaub gerne mit Kultur
Das treffe auch auf die zweitstärkste Gruppe zu, die Senioren. Sie verknüpften laut der WamS Gesundheitsferien in Metropolen gern mit kulturellen Erlebnissen. Von Angeboten dieser Kategorie fühle sich überwiegend der individualistische “Best-Ager” angesprochen. Überproportional hoch sei hier der Anteil der Selbstständigen und Freiberufler. Die Ergebnisse des neuen Wellness-Sensors 2011, der vom Deutschen Wellness Verband und GfK TravelScope als jährliche Befragung in 20.000 Haushalten durchgeführt werde, zeigten 2010 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Wellness-Reisen um rund zehn Prozent auf 4,9 Millionen Buchungen. Die Anzahl der Wohlfühl-Ferien wüchse damit deutlicher als der übliche Reisemarkt (sechs Prozent). Der Umatz des Wellness-Sektors 2010 belief sich auf rund 1,1 Milliarden Euro.
Wellness-Urlaub ist Heimat-Urlaub: Hauptreiseziel ist Bayern
Rund 3, 9 Millionen dieser Wellness-Reisen entfielen auf deutsche Regionen; nur etwa 20 Prozent davon beträfen ausländische Ziele; Wellness-Urlaub bedeute damit Heimat-Urlaub: Pro Person und Reise berappen die Urlauber dafür rund 476 Euro. Spitzenreiter des deutschen Wellness-Tourismus sei Bayern, gefolgt mit deutlichem Abstand von Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Bei den Auslandszielen gehörten Österreich und Norditalien/Südtirol zu den Gewinnern. Aktuelle Untersuchungen des Münchner Instituts für Freizeitwirtschaft erwarten bis 2020 ein weiteres Wachstum der Wellness-Branche von etwa 82 Prozent, was rund 18,6 Millionen Wellness-Touristen entspräche.
Jeder dritte Wellness-Urlauber will etwas für seine Gesundheit tun
Nutznießer sei eindeutig die Komfort-Kategorie der 4- und 5-Sterne-Häuser, deren Besucherzahlen und Umsätze in erheblichem Ausmaß wüchsen. “Als wichtigstes Motiv für einen Wellness-Urlaub steht mit fast 40 Prozent der Wunsch nach einem körperlichen Ausgleich zum oft sehr fordernden Alltag, gefolgt von den typischen Wohlfühl-Wünschen, sich pflegen und verwöhnen zu lassen”, zitiert die Welt am Sonntag den Vorsitzenden des Deutschen Wellness-Verbands in Düsseldorf, Lutz Hertl. Der stetige Boom sei außerdem darauf zurückzuführen, dass die Deutschen heute mehr denn je etwas für ihre Gesundheit tun wollen – das sage zumindest jeder dritte Wellness-Urlauber. Und: Rund 70 Prozent wollen Anregungen dieser Ferien-Gesundheitstage auch zu Hause umsetzen.
Wellnessurlaub ist Kurzurlaub – mehrmals pro Jahr
Der dreiwöchige Sommer-Urlaub stehe demnach heute nicht mehr so im Vordergrund; vielmehr entdeckten die Deutschen zunehmend den drei- bis viertägigen Kurzurlaub – und das übers Jahr verteilt drei oder sogar vier Mal. Gern würden längere Wochenenden mit Brückentagen gewählt, die zudem das Urlaubstage-Kontingent nicht schmälerten. Noch sei Gesundheits-Urlaub frauendominiert, doch die Männer legen laut des Berichts der Welt am Sonntag gewaltig zu. Bei Medical-Spa- und Anti-Aging-Angeboten haben sie mit 49 Prozent fast schon ausgeglichen, so das Institut für Freizeit-Wirtschaft in München. Bestimmt werde das Wellness-Geschehen dabei von der “Generation 50 Plus”. Sie sei in der Regel finanziell gut gestellt und bereit für das Wohlbefinden auch höhere Beträge zu investieren – gemäß des Mottos: “Das bin ich mir wert.”
Selfness bleibt also ein Megatrend!
Nutzt den Tag!
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