Krawatten – Symbol für Seriosität, Macht und Stil

Kürzlich wurd ich unfreiwillig Mithörerin eines Gesprächs in der Bahn: Zwei Damen mittleren Alters, sauber, elegant und klassisch stilvoll gekleidet, geschminkt und frisiert zerkauten sich die Zunge über den Kleidungsstil unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ich durfte zum Glück schon bald aussteigen und musste der unverhohlenen Kritik nicht ewig lauschen. Ich finde nämlich, die Kanzlerin löst ihre alltägliche Kleiderfrage ganz gut.

Später aber machte ich mir doch so meine Gedanken, schließlich schlägt in meiner Brust ein Politologinnenherz. Und außerdem kommt das Thema ja auch immer mal wieder auf.

Männer mit Krawatte werden von den meisten ernst genommen – denn ein Mann in Anzug und Krawatte unterwirft sich einem Dresscode, der für „seriös“ und „beschäftigt“ steht. (Modische) Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wer in Politik und Wirtschaft seinen Mann als Mann stehen will und muss, kleidet sich entsprechend der dort herrschenden Codes. Anzug und Krawatte sind für viele Männer deshalb ein Muss. Und dank einer vielfältigen Mode ist Individualität heutzutage kein allzu großes Problem, solange Mann nicht allzu sehr von den Dresscodes seiner Gruppe abweicht. Doch während Männer zumindest in der Öffentlichkeit mit Krawatten Macht und Zugehörigkeit und im besten Fall auch Stil demonstrieren, bleibt Frauen ein solches Mittel nicht. Sie stecken in einer Art Dilemma – die Wissenschaft hat dafür sogar einen Namen, berichtet die 3Sat-Mediathek: double bind. Kleiden sich Frauen in ihrer Rolle als Politikerinnen oder Managerinnen modisch, werden sie mitunter nicht ernst genommen. Schlimmer noch wird es, wenn sie wegen ihres modischen Stils als „oberflächlich“ eingestuft werden. Greifen Frauen dagegen zu Anzug und Krawatte drückt man ihnen schnell den Stempel „Mannweib“ auf. Vor allem Mann diskutiert damit den Stil der Politikerin oder Managerin – nicht mehr ihre inhaltliche Arbeit. Stilkritik wird so zum diskriminierenden Element in der Öffentlichkeit.

Nun will ich hier keinesfalls Stilkritik üben – ich möchte nur einen Anstoß geben, den Kleidungsstil von Politikerinnen wie Angela Merkel nicht voreilig zu verurteilen, sondern ihn im Kontext von Anzug und Krawatte als männliches Machtsymbol zu sehen.

Nutzt den Tag!

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Dieser Beitrag wurde erstellt am 17.04.2012 um 14:07 und gehört in die Kategorie Schönheit ist Männersache.
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3 Kommentare zu “Krawatten – Symbol für Seriosität, Macht und Stil”

  1. Anne (16.07.2012 um 10:09):

    Eigentlich ist es doch schlimm, wenn die Kleidung über Macht und Einfluss entscheiden kann. Noch schlimmer, wenn es Kompetenz aussagt.
    In jedem Fall aber finde ich, sollte Körperpflege auch ein Männerthema sein und wird es glücklicherweise auch immer mehr. Mann möchte gepflegt erscheinen und so etwas für sich tun. Sport für den schönen Body, Hautpflege für das Erscheinungsbild. Auch ein Tipp von uns, wie sich Männer mit Wellness und Kosmetik rundum wohl fühlen http://vita-beauty.de/info/Maenner-Wellness-und-Kosmetik.html

  2. Mona (31.07.2012 um 16:00):

    Bei gepflegten Männern ist es egal, was er an Kleidung trägt. Nicht eine Krawatte entscheidet über Kompetenz.
    Gepflegt ist für mich aber nicht gleich zu setzen mit geschminkt. Denn das wäre eine Sparte, die ich persönlich nicht mag.
    Weder Nagellack, noch Lidschatten oder gar Lippenstift sind für meinen Geschmack männlich.
    Wellness und Hautpflege hingegen schon 🙂

  3. Abendmode - das passende Outfit für einen schönen Abend | YaaCool Beauty - Das Blog (28.08.2013 um 15:57):

    […] Dresscode gilt natürlich nicht nur für die schöne Weiblichkeit. Auch die Herren der Schöpfung sollten […]

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